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Brennnessel – Fluch oder Segen?

Wir alle kennen die Brennnessel aus unseren Kindertagen – der brennende Kontakt mit ihr ist uns allen in Erinnerung. Die kleinen Brennhaare mit ihren kugelförmigen Spitzen an den Blättern enthalten einen ameisensäurigen Inhalt; bei Berührung bricht diese Spitze ab, wodurch ein Kanüle entsteht, aus der die Säure auf die angeritze Haut gelangt; ein Brennen wird verursacht, dass wohl jeder von uns kennt. Dieser Schutz richtet sich eigentlich gegen Fressfeinde. Eine effektive Waffe der Natur.

Für viele Garten- und Weidenbesitzer gilt die Brennnessel als Fluch – verbreitet sich rasant auf den Flächen, nimmt überhand. Gerade auf Flächen, die von Pferden beweidet werden, bilden sich an den Gallstellen Nester aus Brennnesseln. Dabei können sie eine Wuchshöhe von bis zu 1,5 Metern erreichen. Möchte man die Brennnessel loswerden, hilft nur, die Pflanze mit Wurzel zu entfernen, wenn man vom Einsatz chemischer Mittel Abstand nimmt. Auch regelmäßiges Abmähen führt langfristig zum Absterben der Pflanze – dauert jedoch 1 bis 2 Jahre!

Die Brennnessel blüht von April bis November und ist so fast das ganze Jahr unser Begleiter. Und die Brennnessel kann sich fast das ganze Jahr ausbreiten, vor allem auf übersäuerten und mit stickstoffgedüngten Böden. Genau diese Böden profitieren von ihr, denn die Brennnessel entzieht dem Boden überschüssigen Stickstoff und hilft somit dem biologischen Gleichgewicht. 

Die Brennnessel – Eiweiß und Eisen

Und was macht die Brennnessel mit dem aufgenommenen Stickstoff? Sie wandelt ihn in Eiweißverbindungen um. Diese hochwertigen Eiweißverbindungen machen die Brennnessel zu einer gesunden Futterquelle für Raupen, Insekten und auch unsere Pferde.

Dieser Eiweißreichtum sorgt auch für einen schnellen Zersetzungsprozess, was für die Herstellung von Brennnesseljauche, z.B. als Dünger überaus hilfreich ist.

Auch gibt es nur wenig andere Pflanzen, mit einem derart hohen Eisengehalt, welcher die Brennnessel zu einem wichtigen Eisenlieferant in der natürlichen Fütterung macht. Keine andere Pflanze hat eine der Art starke Verbindung zu diesem Metall – die Brennnessel nimmt Eisen aus dem Boden auf und reguliert so den Eisengehalt des Boden – so lässt sich auch erklären, dass Schrottplätze und Deponien für Altmetall beliebte Standorte der Brennnessel sind.

Je reifer die Brennnessel ist desto höher ist ihr Eiweiß- & Eisengehalt – aber der übrige Vitamingehalt sinkt.

Was ist noch enthalten?

Die Brennnessel ist u.a. reich an Vitamin C und E, Provitamin A, Folsäure, Enzymen und Mineralstoffen. Das macht sie zu einem wahren Alleskönner in der Naturheilkunde.

Brennnessel als Futterpflanze

Frisch wird die Brennnessel auch von den Pferden gemieden – getrocknet jedoch wird sie von den meisten Pferden geliebt. Brennnessel absensen, trocknen lassen und den Pferden anbieten. Aufgrund der enthaltenen Inhaltsstoffe ist sie eine Bereicherung des natürlichen Speiseplans. Und dies nicht nur für Pferde – für Hunde, Katzen, Nager kann man Brennnessel auch gemahlen oder auch als Tee über’s Futter geben. Kleiner Tipp für Katzenbesitzer – Pulver oder Tee kann man auch auf dem Fell etwas verteilen; durch Lecken nimmt so auch die Katze die wichtigen  Stoffe auf.

Brennnessel für den Garten

Auch Gartenbesitzer können von der Brennnessel profitieren. Selbst angesetzte Brennnesseljauche enthält viel Kalium und Stickstoff und eignet sich so hervorragend als biologischer Dünger. Die Herstellung ist einfach: 1 kg frische oder ca. 200 bis 300 g getrocknete Brennnesselblätter (keine Stile oder Samen) zerkleinert mit ca 10 Litern Wasser übergießen. Das ganze regelmäßig (mindestens 1 x täglich) umrühren, möglichst an einem warmen oder sonnigen Ort für 2 bis 3 Wochen aufbewahren. Es entsteht während des Gärungsprozesses ein Schaum an der Oberfläche – sobald kein neuer Schaum entsteht, ist der Gärungsprozess abgeschlossen, die Jauche einmal durchsieben und die Jauche kann verwendet werden; allerdings verdünnt (1:10 mindestens). Zum Düngen von Rasenflächen empfiehlt sich ein Verhältnis von 1:50.

Hinweis: Es entstehen starke Gerüche während der Gärung, die alles andere als angenehm sind.

Aber nicht nur als Dünger dient uns die Brennnessel – sie hilft auch gegen Schädlinge wie beispielsweise Blattläuse. Hierzu einfach die Jauche im Verhältnis 1:10 verdünnen und die Pflanzen damit einsprühen.

Brennnessel als Heilpflanze

Die Brennnessel gehört zu meinen Lieblingspflanzen. Sowohl im Tier- als auch im Humanbereich wird sie erfolgreich eingesetzt; in Form von Säften, Tees, Pulvern oder getrocknetem Kraut.

Die Brennnesselwurzel enthält andere Wirkstoffe als das Kraut. Die Wurzel wird gerne bei Harnstau, schmerzhaften Wasserlassen oder auch nächtlichen Harndrang durch eine vergrößerte Prostata eingesetzt.

Das Kraut hat eine entwässernde Wirkung, regt den Stoffwechsel an, wirkt entzündungshemmend und hilft Niere und Blase zu durchspülen. Gerade durch die entwässernde Wirkung ist darauf zu achten, dass ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen wird.

Die entzündungshemmende Wirkung ist u.a. darauf zurückzuführen, dass die Brennnessel Botenstoffe (hier: Zytokine) hemmt, die für die Entzündung und auch den Abbau des Knorpels verantwortlich sind.
Durch die entwässernde Wirkung ist die Brennnessel beliebt bei der Behandlung von angeschwollenen Beinen und Fingern durch Wassereinlagerung.

Die enthaltene Kieselsäure hat eine überaus positive Wirkung auf Haut, Haar und Fell. Sie stärkt das Bindegewebe und beeinflusst den Hautstoffwechsel positiv. So wird sie gerne bei Ekzemen, brüchigen Nägeln, Krallen oder Hufen eingesetzt.

Nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass die Brennnessel u.a. auch Histamin enthält – dies wiederum macht sie interessant für Allergiker. Histamine sind Entzündungsstoffe, die bei allergischen Reaktionen ausgeschüttet werden. Wird zu viel Histamin freigesetzt, entstehen die typischen Symptome wie Juckreiz, Atembeschwerden, Pusteln…. Durch die längere Einnahme von Brennnesseln werden Histamine aufgenommen, was wiederum dazu führt, dass die körpereigene Histaminbildung zurückgefahren wird und so die Symptome gemildert werden.

Nebenwirkungen

Vereinzelt kann die Einnahme zu leichter Übelkeit, Sodbrennen, Durchfall oder Blähungen auslösen. Auch kann es zu Wechselwirkungen mit Bluthochdruck- oder Diabetesmitteln führen – der Blutdruck als auch der Blutzuckerspiegel können absinken.

Kurzum

Für mich lässt sich die Frage ob Fluch oder Segen sehr leicht beantworten: Ein Segen! Ich freue mich über Brennnesselnäster – mähe sie ab, lasse sie trocknen und dann kann ich sie wunderbar verarbeiten oder meinen Pferden als besonderes „Leckerlie“ anbieten.  Und die Gartenfreunde sollten sich den beschriebenen Einsatz als Dünger oder Schädlingsbekämpfer zu Nutzen machen. Und als Teeliebhaber genieße ich den Tee warm oder kalt; so begleitet mich die Brennnessel das ganze Jahr.

Unser übersichtliches Pflanzenportrait der Brennnessel findet ihr in unserem Pflanzenlexikon.

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